Was tun, wenn Kinder kein Gemüse essen?

Was tun, wenn Kinder kein Gemüse essen?
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Einseitiges Essverhalten unserer Kinder kann uns Eltern ganz schön verzweifeln lassen.

  • Es gibt Kinder, die nur eine bestimmte Gemüsesorte essen und sich weigern etwas Neues zu probieren
  • oder Kinder, die phasenweise nur bestimmtes Gemüse essen wollen,
  • aber auch Kinder, die komplett jedes Gemüse verweigern und das über Monate oder sogar Jahre hinweg.

Da macht man sich schon Sorgen, wie denn das eigene Kind überhaupt an die so für das Wachstum und die Kindesentwicklung wichtigen Vitamine und Nährstoffe kommen soll.

Zwingen bringt natürlich nichts. Wir wollen unsere Kinder nicht foltern.

Überreden? Bestechen? Damit tut man dem Kind und sich selbst auch keinen Gefallen.

Stellt euch doch mal vor, ihr bekommt ein Essen serviert, das euch gar nicht schmeckt, sollt es aber trotzdem aufessen, weil jemand beleidigt wäre, wenn ihr es verweigert. Im Ausnahmefall vielleicht möglich, aber es ist wirklich keine tolle Vorstellung. Warum sollten dann Kinder Essen zu sich nehmen, das ihnen gar nicht schmeckt, nur weil es gesund ist und weil wir es sagen?

Natürlich wäre es wünschenswert für eine gesunde und ausgewogene Ernährung der eigenen Kinder täglich Gemüse zu verzehren. Wir sollten uns jedoch nicht zu sehr darauf fokussieren.

Es ist nämlich gar nicht so schlimm eine Zeit lang aufs Gemüse zu verzichten, wenn ansonsten die Ernährungsweise vielfältig und gesund ist. Denn es gibt viele alternative Nahrungsmittel, über die man den Nährstoffbedarf auch super decken kann, zum Beispiel Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Getreide usw.

Nichtsdestotrotz tragen wir als Eltern entscheidend dazu bei, welche Ernährungsgewohnheiten sich bei unseren Kindern ausbilden. Wenn ihr dabei auf die wichtigsten Punkte achtet, bin ich überzeugt, dass eure Kinder keine Abneigung gegen das Gemüse generell entwickeln werden.

Seid ein Vorbild für eure Kinder.
Was ihr esst, essen auch eure Kinder.
Wenn ihr kein Gemüse esst, essen auch eure Kinder keins. Warum sollten sie auch, denn ihre Eltern brauchen es offensichtlich auch nicht oder es schmeckt nicht, wenn sie es nicht essen wollen.

Wenn aber die Hälfte eures Tagesgerichts aus Gemüse besteht und ihr oft auf Rohkost herumkaut, dann muss es euch doch schmecken. Also würde euer Kind mit Sicherheit irgendetwas davon probieren und etwas für sich entdecken, was doch schmeckt.

Versprecht keine Belohnungen.
Damit suggeriert ihr, dass es nicht selbstverständlich ist, Gemüse zu essen und dass Kinder sich überwinden müssen, um dadurch zu einem schöneren Ziel zu gelangen.

Auf keinen Fall sollten Kinder vor einem Fernseher, Tablet oder Smartphone essen, damit sie vom Essen möglichst wenig mitbekommen und alles essen können, was sie sonst nicht essen würden. Essen ist eines der wichtigsten Rituale in unserem Leben und sollte unbedingt bewusst eingenommen werden.

Vielfältige Zubereitung von Gemüse
weckt die Lust zum Probieren, gleichzeitig fokussiert man sich nicht unbedingt auf das Gemüse, sondern auf das Gericht an sich. Es gibt viele Gerichte, die so zubereitet sind, dass man auf den ersten Blick gar nicht sieht, dass sie mehrere Gemüsesorten enthalten. Man kann das Essen auch so zubereiten bzw. servieren, dass die Aufmerksamkeit der Kinder auf Essensbestandteile gelenkt wird, die sie gern essen.

Außerdem isst das Auge auch mit. Ein schön hergerichtetes Essen, eventuell mit Kindermotiven, wird ganz sicher eure Liebsten amüsieren.

Ein Trick:
Wenn ihr einen Obst-Gemüse-Smoothy zubereitet und als einen toll dekorierten Cocktail anbietet, wird euer Kind durch diese Vitaminbombe direkt in Partystimmung versetzt und es wird ihm nicht auffallen, dass sich darin Gemüse versteckt.

Macht das Gemüse nicht zum Thema Nummer 1 am Tisch.
Diskutiert nicht ständig mit euren Kindern über die Bedeutung und den Nutzen dessen für die Gesundheit und perfektioniert nicht eure Überredungsküste. „Bla-Bla-Bla!“- werden eure Kinder irgendwann denken. Gemüse zu essen soll nichts Herausragendes sein, es soll zur Normalität gehören, zur Tatsache, dass es lecker und gesund ist und wir es einfach gern essen.
Obst und Gemüse als Zwischenmahlzeit
Bietet euren Kindern Obst und Gemüse als Zwischenmahlzeit öfter an als Süßigkeiten. Wenn ihr eine Brotdose für euer Kindergartenkind oder euer Schulkind vorbereitet, darf etwas Obst und Gemüse nie fehlen.

Mein Geheimtipp:
Selbst wenn euer Kind wirklich nie Gemüse essen sollte und ihr denkt, dass es nichts bringt ihm etwas in der Dose mitzugeben, weil es ja sowieso nicht aufgegessen wird, legt es trotzdem dazu. Beim gemeinsamen Essen im Kindergarten oder in der Schule wird das Essen gern untereinander geteilt oder getauscht und es wird herum probiert. Kinder motivieren sich unbewusst gegenseitig. Mein Sohn hat mir vor kurzem erzählt, er hätte seiner besten Freundin aus seiner Klasse beigebracht Karotten zu essen, weil sie sich immer wieder bei ihm bedient hätte, da sie selbst leider nie welche bekäme.

Bereitet euer Essen zusammen mit euren Kindern zu.
Sie werden auf das Ergebnis sehr stolz sein und sind so viel eher bereit das mit eigenen Händen zubereitete Gericht zu kosten und zu essen.

Weiterer Tipp:
Wenn ihr einen Garten habt, dann baut unbedingt mit eurem Kind selbst Gemüse an. Das kann man sogar auf einem Balkon machen. Die beste Motivation für euer Kind ist immer etwas, was sie mit eigenen Händen erschaffen. Der ganze Prozess mit Anbau, Wachstum und schließlich Ernte ist dermaßen spannend und macht so viel Spaß, dass es gar nicht vorstellbar ist, dass ein Kind sein mit so viel Mühe, Geduld, Neugier und Liebe gezüchtetes Gemüse nicht essen würde.

An der frischen Luft schmeckt es noch besser!
Kennt ihr das, wenn ihr mit euren Kindern irgendwo draußen unterwegs seid, sind sie meist viel hungriger und würden alles verschlingen, was die Mama dabei hat? Macht öfter mal ein Picknick und entscheidet euch bewusst für Obst und Gemüse statt nur Kekse und sonstigen Süßkram.

Kinder sollten wissen, dass sie ihr Essen genießen dürfen. Alles, was ihnen nicht schmeckt, wird auch nicht gegessen. Wozu auch? Es gibt so viele Alternativen, man muss nur manchmal etwas um die Ecke denken, um eure Kinder neugierig zu machen.

Essen denn eure Kinder gern Gemüse? Müsst ihr Überzeugungsarbeit leisten oder seid ihr eher entspannt, wenn kein oder wenig Gemüse gegessen wird?

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