Urlaub auf dem Bauernhof. Kinder brauchen keinen Luxus. Sie brauchen Erlebnisse

Urlaub auf dem Bauernhof. Kinder brauchen keinen Luxus. Sie brauchen Erlebnisse
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Einführung

Dieses Jahr ist wirklich seltsam. Wir haben unsere früheren Urlaube so gut wie nie langfristig geplant. Alle bisherigen Reisen haben wir meist ein bis zwei Monate im Voraus gebucht. In diesem Jahr sollte eigentlich alles anders werden. Bereits am Anfang des Jahres waren mehrere Reiseziele in Planung und auch schon gebucht und dann kam der Lockdown und alles ging schief.

Lockdown

Unsere Osterferien standen ganz im Zeichen der Homeschooling Adaptation, der unzähligen Basteleien und eines kreativen Beschäftigungsmarathons für die Kinder, was noch bis zu den Pfingstferien andauerte.

Nach und nach haben die einzelnen Länder ihre Grenzen geöffnet und der Tourismus in Deutschland allmählich grünes Licht bekommen. Die Sehnsucht nach einem Tapetenwechsel und nach neuen Eindrücken war bei uns größer denn je. Und so stand innerhalb eines Tages unser nächstes Reiseziel fest.

Bauernhof in Österreich

Wir haben noch nie Ferien auf einem Bauernhof verbracht, waren uns aber absolut sicher, dass es genau das Richtige für unsere Jungs wäre. Und so sind wir (eine Woche vor dem langersehnten Schulstart mit Präsenzunterricht) auf einem idyllischen Bauernhof in der Bodenseeregion im österreichischen Vorarlberg gelandet.

Übrigens, waren wir so urlaubsreif, dass wir trotz der wirklich düsteren Wetterprognosen gebucht haben. Auch hatten wir unglaublich viel Glück durch die kurzfristigen Grenzöffnungen und den ganzen Chaos eine Ferienwohnung zu ergattern. Denn normalerweise ist auf diesem Bauernhof lange im Voraus alles komplett ausgebucht und wir verstehen jetzt auch warum das so ist.

So glücklich, erholt und energiegeladen wie nach dieser Reise waren wir schon lange nicht mehr. Es war einfach perfekt.

Ankommen

Lediglich 400 km lagen zwischen unserem Zuhause und dem Bauernhof, eine wirklich angenehme und nicht allzu anstrengende Strecke mit drei Kindern. Wir wurden sehr herzlich von der Gastgeberfamilie empfangen, die uns direkt in die wichtigsten Tagesabläufe des Bauerhofs eingewiesen hat. Eine kleine, aber gemütliche Wohnung hat uns im 2. OG erwartet, wo für uns auch schon Kaffee und Kuchen bereitstanden. Eine Terrasse mit einem schönen Ausblick auf die grüne hügelige Weidenlandschaft gehörte dazu.

Rundherum waren nur Wiesen und Wälder mit unzähligen Wanderwegen – eine Ruheoase vor allem für gestresste Stadtmenschen.

Blick auf den Bauernhof und Bodensee

Das ganze Anwesen draußen wie auch im Innenbereich war unglaublich gepflegt und sauber. So eine saubere Unterkunft hatten wir noch nie. Auf unserem Stockwerk hat uns eine ganz tolle Spielecke für die Kinder mit einem Tischkicker, ganz vielen Gesellschaftsspielen, Lego, Eisenbahn, einem Maltisch und sonstigem Spielzeug überrascht. Die Gastgeber legen ganz viel Wert auf Kinder- und Babyfreundlichkeit und haben wirklich an alles gedacht, so dass man einfach gar nichts selbst mitbringen muss.

Gleich am Anreisetag konnte es Nikita (8) gar nicht erwarten den ganzen Bauernhof zu erkunden. Er war voller Vorfreude und Neugier. Viktor (4) war mindestens genauso neugierig, hat sich allerdings anfangs aufgrund der für ihn neuen Situation und unbekannten Menschen etwas zurückgehalten.

Schon bald haben wir uns alle einen ersten Überblick über den nicht allzu großen Bauernhof verschafft. Der Stall war natürlich am spannendsten, denn dort haben wir Kühe, Kälber, Schweine, Hühner, Kaninchen und ein Meerschweinchen angetroffen. Ein weiteres tierisches Highlight für unsere Jungs waren die Hofkatzen mit ganz niedlichen kleinen Katzenjungen, die sofort die Kinderherzen erobert haben.

Für Gemütlichkeit und familiäre Atmosphäre haben im Hof insbesondere die Spielscheune mit Heuhüpfen, Klettermöglichkeiten und ganz vielen Dingen für die Freizeitgestaltung auf dem Hof gesorgt. Tischtennis, unzählige Fahrzeuge für die Kinder, ein Riesentrampolin, Grillmöglichkeit usw.

Das tollste war aber die wunderschöne grüne Sonnenterrasse mit einem Spielplatz und einem atemberaubenden Ausblick auf den Bodensee und die Alpen. Wir befanden uns dort auf fast 1000 Metern Höhe.

Der bäuerliche Alltag

Die ersten Tage unseres Aufenthalts waren sehr regnerisch und kühl. Daher haben wir diese Zeit genutzt, um sie ganz entspannt auf dem Anwesen zu verbringen. Die Kinder haben die Gegend erkundet und haben nach und nach den bäuerlichen Alltag kennengelernt. Kleintiere gefüttert, mit dem Bauern Herbert die Kühe auf die Wiese ausgetrieben, im Traktor mitgefahren, um frisches Gras von der Weide für die Kühe zu holen und sie anschließend damit zu füttern, den Stall gesäubert, die Tiere gepflegt. Sogar beim Weidendüngen waren sie mit dabei.

Jeden Tag hat Nikita für uns Eier aus dem Nest und frische Milch geholt und dem Bauern beim Melken über die Schulter geschaut. Anschließend ist er mit dem Bauern auf dem Traktor in die Käserei gefahren, um die frisch gemolkene Milch wegzubringen. Unglaublich, aber dafür ist er jeden Tag um 5:30 Uhr morgens absolut freiwillig aufgestanden. Er wollte wirklich überall mitmachen und war von dem Bauernalltag total begeistert.

Während die großen Kinder das Bauernleben aktiv erlebt haben, habe ich die Zeit genutzt, um mit unserem Baby Konstantin ausgiebige Spaziergänge in den Wald zu unternehmen. Die herrliche Natur in der hügeligen Landschaft und die frische Luft habe ich richtig genossen.

Skywalk Allgäu

Am vierten Tag haben wir unseren ersten Ausflug im Naturerlebnispark Skywalk im bayerischen Allgäu eingeplant.

Baumwipfelpfad Skywalk

Wir haben eine wunderschöne Aussicht auf die malerische Landschaft auf dem Baumwipfelplad erlebt. Die Kinder durften sich auf einem Walderlebnispfad für Entdecker austoben, wo es verschiedene interessante Stationen und Geschicklichkeitsparcours zu erkunden gab. Sie haben den Barfußpfad entdeckt, den Streichelzoo besucht und die Spielplätze unsicher gemacht.

Alles in Allem war es ein ganz toller Tag. Diesen Ort kann ich wirklich jeder Familie mit Kindern empfehlen, die Urlaub in der Region um Allgäu verbringen.

Blumeninsel Mainau

Zwei Tage später sollte der einzige richtig warme und sonnige Tag unserer Urlaubswoche sein, weshalb wir uns entschieden haben, diesen auf der Blumeninsel Mainau zu verbringen.

Die Mainau ist eine wirklich schöne Insel mit schön angelegten Blumengärten, Wiesen und Hecken. Um die Insel komplett zu erkunden, muss man sich auf einen langen Fußmarsch einstellen, der unsere Kinder ganz und gar nicht begeistern konnte. Die schöne Blumenlandschaft hat sie leider noch herzlich wenig interessiert, dafür aber der einzige große Spielplatz ziemlich in der Nähe vom Eingang.

Was soll ich sagen, um seine Kinder auf einem Spielplatz herumtoben zu lassen, muss man nicht auf die Insel Mainau fahren. Denn insgesamt hat uns der Tag mit Einlass und der Fahrt mit der Fähre ein ganz schönes Sümmchen gekostet. Entweder sollte man die Fahrt mit der Fähre weglassen oder erst gar nicht mit den Kids hingehen, wenn sie noch nicht groß genug sind und sich nicht unbedingt für schöne Blumen- und Pflanzenlandschaften begeistern.

Am Ende des Tages haben wir uns wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte der Insel angeschaut und die Insel auch früher verlassen als wir es anfangs eingeplant hatten. Ich muss ehrlich zugeben, dass wir mit unserem ersten Ausflug wesentlich glücklicher waren.

Abschalten in der Ruheoase

Zurück auf dem Bauernhof waren die Kinder wieder fröhlich und munter. Jeder für sich hat sofort wieder eine Beschäftigung gefunden. Wir durften die letzten warmen Sonnenstrahlen auf den Sonnenliegen mit Blick auf den Bodensee und die Alpen genießen und haben dort den restlichen Tag beim wunderschönen Sonnenuntergang ausklingen lassen.

Sonnenterrasse mit Alpenblick

In diesem Augenblick haben wir uns auch entschieden einen zusätzlichen Tag auf dem Bauernhof zu verbringen. Zum Glück haben uns die Gastgeber ohne Probleme diese spontane und kurzfristige Verlängerung zugesagt. Es war die richtige Entscheidung, denn wir alle konnten nochmal einen ganz entspannten Tag in der Natur verbringen und am Ende der Woche wollten die Kinder den Bauernhof gar nicht mehr verlassen. Bis heute erinnern sich die Kids so gern an diesen tollen Urlaub und wünschen sich, dass wir so bald wie möglich wieder hinfahren.

Fazit

Mal wieder haben wir uns davon überzeugt, dass Kinder keinen Luxusurlaub brauchen, um glücklich zu sein und um sich mit der ganzen Familie zu erholen. Ganz im Gegenteil. Was Kinder brauchen, sind neue Erlebnisse und tolle Eindrücke, viel Bewegung und Freiheit in der Natur. Und solange unsere Kinder glücklich und ausgelassen herumtoben können, können auch wir Eltern automatisch abschalten und die gemeinsame Zeit richtig genießen.

Wie stellt ihr euch den perfekten Urlaub mit Kindern vor? Ich freue mich auf eure Meinungen dazu im Kommentarfeld.

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