Als Frau authentisch sein. Psychologischer Kraftakt oder eine Frage der persönlichen Reife?

Als Frau authentisch sein. Psychologischer Kraftakt oder eine Frage der persönlichen Reife?
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Einführung

Wenn du dir darüber Gedanken machst, ob du als Frau auf andere Menschen authentisch wirkst und den Wunsch hast, Menschen mit mehr Leichtigkeit zu begegnen, dich mehr auf die positiven Aspekte in deinem Leben zu fokussieren, dann befindest du dich bereits auf dem Weg, dein Leben bewusster wahrzunehmen und in eine Richtung zu lenken, die dir mehr Erfüllung und Zufriedenheit bringt.

In diesem Artikel wird es nicht um das Verhältnis der Geschlechter zueinander gehen und auch nicht um Geschlechterordnungen. Der Ausgangspunkt für meine Überlegungen sind wir Frauen und unsere Entwicklung als Mensch und Persönlichkeit im Leben mit allen Rahmenbedingungen und Erscheinungen, die uns ausmachen und formen. Wie wir uns als Frauen identifizieren und welche Rollenbilder wir in unserem Leben annehmen ist ein ganz individueller Aspekt.

Rollen einer Frau

Wir sind Persönlichkeiten, die im Laufe unseres Lebens bestimmte Rollen ausüben, bewusst oder unbewusst, mit Erfüllung oder aus Pflichtbewusstsein. Jede von uns hat eine bestimmte Vorstellung, was eine Frau ausmacht.

Wir sind Töchter

und sind die Hauptakteure in der Beziehung zwischen uns und unseren Eltern. Diese Rolle prägt uns seit unserer Geburt und ist sehr tiefgründig und emotionsbeladen. Sie kann einen weitreichenden Einfluss auf unser ganzes Leben haben, auf unsere Gefühle und Handlungen, auf unsere Bedürfnisse und Wünsche, auch auf unsere Erfolge und Errungenschaften und schließlich auf unsere Beziehungen zu Menschen, die uns im Laufe des Lebens begegnen.

Wir sind Freundinnen

und stehen in einer besonders nahen Beziehung zu anderen Menschen, die uns innerhalb bestimmter Lebensabschnitte begleiten, unser Schicksal teilen, wahrscheinlich ähnliche Wertvorstellungen, ähnliche Interessen und den gleichen Humor haben, mit uns auf der gleichen Wellenlänge sind.

Wir sind Ehefrauen oder Lebenspartnerinnen

und haben die innigste Beziehung zu unserem Partner, wo wir uns am meisten öffnen und etwas von uns preisgeben, was niemand sonst erfahren wird. In dieser Rolle kommen wir so nah wie nirgendwo sonst an unsere natürlichen Instinkte heran. Hier können wir Liebe, Lust und Leidenschaft ausleben. Wir fahren auf der extremsten Achterbahn unserer Gefühle und Emotionen. Schließlich weckt diese Rolle in uns das Bedürfnis die Rolle der Mutter anzunehmen, um in die neue Welt der Familie einzutreten.

Wir sind Mamas

für unsere Kinder und erfahren die einzigartige und bedingungslose Liebe unseren Kindern gegenüber, die wir so noch nicht kannten. Diese Rolle eröffnet uns völlig neue Horizonte. Wir werden auf einmal mit so vielen neuen Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Möglichkeiten konfrontiert. Auch wandelt sich zur gleichen Zeit unsere Rolle als Tochter, weil wir plötzlich eine ganz neue Verbindung zu unseren Eltern verspüren.

Als Frauen im Beruf

beschreiten wir einen Weg, der uns die Möglichkeit bietet, außerhalb des familiären Rahmens bestimmte gesellschaftlich relevante Aufgaben zu erfüllen und uns auch dadurch als Persönlichkeit zu verwirklichen. Hier treffen wir auf neue Herausforderungen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch fragen wir uns, wie erfüllend unser Job für uns ist und ob wir unsere Talente und Wünsche ausleben können.

Dies sind nicht alle Rollen, die wir als Frau im Laufe des Lebens annehmen können, aber wohl die wichtigsten für die Entwicklung als Persönlichkeit.

Was bedeutet es, in unseren Rollen als Frau authentisch zu sein?

In erster Linie geht es darum, sich dessen bewusst zu werden, dass wir verschiedene Rollen erfüllen. Es ist hilfreich zu verstehen, dass jede Rolle eigene Prinzipien und Spielregeln beinhaltet und diese Rollen voneinander abzugrenzen sind. Rollen bieten einerseits Stabilität und Schutz und beschränken uns gleichzeitig wiederum in der eigenen Authentizität. Glücklich und zufrieden sind wir erst dann, wenn unsere Rolle und unsere persönlichen Werte und Überzeugungen aufeinander abgestimmt sind. Genau das ist die größte Herausforderung für uns, unsere Rollen so zu organisieren, dass wir uns damit wohl fühlen und in eine gewisse Balance kommen.

Was brauchen wir für die Balance?

Vor allem eine ausgeprägte Selbstwahrnehmung der eigenen Gedanken, Emotionen und Körpersignale, also SELBSTREFLEKTION.

Wir müssen unsere Individualität und Originalität anerkennen, Mut vor Anderssein haben und es vermeiden fremdbestimmt zu handeln, sich nicht beeinflussen zu lassen und in erster Linie selbst unsere eigenen Entscheidungen zu treffen.

Dafür benötigen wir ein starkes SELBSTWERTGEFÜHL. Das kann bei jeder von uns unterschiedlich ausgeprägt sein, weil es von mehreren Faktoren abhängig ist. Vor allem geht es aus unseren Prägungen in der Kindheit hervor und hängt mit Überzeugungen zusammen, die wir irgendwann von unseren Eltern oder sonstigen Vorbildern verinnerlicht haben.

Um authentisch zu sein, dürfen wir uns nicht wertend vergleichen und auch sollten wir uns nicht vor Kritik fürchten oder sich dadurch kränken lassen.

Authentizität als Wunschvorstellung?

Warum ist es oft so schwer für uns Frauen in unseren vielen Rollen authentisch zu bleiben?

Weil wir in gesellschaftlichen Strukturen leben und Menschen dazu neigen für verschiedene Lebensbereiche und Rollen typische Schubladen zu erschaffen, um Ordnung, Stabilität und Sicherheit zu bekommen. Wir wollen gewisse Erwartungen anderer Menschen erfüllen und passen uns in bestimmten Situationen an, um Akzeptanz von außen zu bekommen.

Wir ordnen uns unbewusst vorgegebenen Strukturen unter und stehen nicht selten unter Gruppenzwang. Wir passen unsere Meinung und unser Verhalten an das Umfeld an und entfernen uns unbewusst immer mehr von unseren eigenen Neigungen und Bedürfnissen. Darunter leidet unser Selbstbild, es wirkt verschwommen.

Der Preis für das Streben nach Akzeptanz

Durch den Anpassungsdrang bringen wir uns permanent in eine Drucksituation, in der wir mental und auch körperlich angespannt sind und Unsicherheit, Zweifel, manchmal sogar Ängste verspüren. Das führt oft zu Stress und schließlich zu negativen Auswirkungen auf die eigene Gesundheit.

Aber wie kommen wir aus diesem Teufelskreis wieder raus oder wie schaffen wir es, dass wir in diesen Teufelskreis überhaupt nicht kommen?

Der Weg zum Authentischsein

→ Wir fangen vor allen Dingen bei uns selbst an, nicht bei anderen.

→ Selbstreflektion ist der Startpunkt auf dem Weg zu mehr Authentizität.

→ Die Arbeit an der eigenen Bewusstheit ist sehr wichtig. Wir müssen zunächst lernen uns selbst zu verstehen, unsere Gefühle und Handlungen hinterfragen und mit unserer Vergangenheit aufräumen.

→ Es ist enorm wichtig auf eigene Bedürfnisse und Wünsche zu hören und sich selbst annehmen. Nur dann können wir unser Selbstwertgefühl aufbauen und stärken und an der eigenen Einstellung etwas verändern.

→ Durch unsere Einstellung und bewusste Handlungen können wir unsere Rollen so ausüben, wie es für uns und unsere Liebsten am besten ist. Auch ziehen wir damit in unser Leben genau das an, was wir wirklich brauchen und was uns glücklich macht.

Fazit

Jede einzelne Etappe für sich ist eine große Herausforderung. Selbstreflektion erfordert die Fähigkeit und vor allem die Bereitschaft unser Verhalten bewusst wahrzunehmen, um es analysieren zu können. Dazu verhilft uns insbesondere die systematische Selbstanalyse, die uns Schritt für Schritt dazu bringt uns selbst kennenzulernen. Auf meinem Blog werde ich dieses Thema in weiteren Beiträgen aufgreifen und die dahinterstehende Systematik vorstellen.

Die Frage nach dem Authentischsein als Frau ist ein Prozess der SELBSTENTWICKLUNG.

Fällt es euch schwer euch selbst zu reflektieren oder habt ihr von Natur aus das Bedürfnis zur Selbstreflektion? Oder habt ihr sogar manchmal das Gefühl zu viel nachzudenken und wünscht es euch unbeschwerter zu leben?

Ich freue mich über eure Gedanken und Meinungen im Kommentarfeld.

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